
"Was soll ich verlangen?" ist eine der ersten Fragen, die sich neue selbstständige Monteure stellen. Ein zu niedriger Stundensatz gefährdet auf Dauer die eigene Existenz, ein zu hoher schreckt Kunden ab. Dieser Beitrag zeigt, welche Kostenfaktoren in die Kalkulation gehören und wie ein Rechenbeispiel aussehen kann. Wichtig vorab: Die genannten Werte sind allgemeine Orientierung, keine verbindliche Preisempfehlung – die tatsächliche Kalkulation hängt immer von der individuellen Kostenstruktur ab.
Viele Berufseinsteiger orientieren sich zunächst an dem, was andere verlangen, ohne die eigenen Fixkosten zu berücksichtigen. Das rächt sich spätestens dann, wenn Fahrzeugkosten, Versicherung oder die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) fällig werden und vom vermeintlichen Gewinn nichts mehr übrig bleibt.
Angenommen, ein Monteur möchte netto ein bestimmtes Einkommen erzielen und rechnet zusätzlich mit laufenden Betriebskosten sowie einem realistischen Anteil an nicht direkt verrechenbaren Stunden (Fahrten, Verwaltung, Angebote). Der resultierende Stundensatz ergibt sich dann aus:
(gewünschtes Jahreseinkommen + Betriebskosten + Steuern) ÷ tatsächlich verrechenbare Jahresstunden
Da verrechenbare Stunden in der Praxis oft deutlich unter der theoretischen Jahresarbeitszeit liegen (Urlaub, Krankheit, Leerlaufzeiten, Verwaltung mitgerechnet), unterschätzen viele Neueinsteiger diesen Wert am Anfang deutlich. Eine grobe Faustregel: Wer nur die "sichtbaren" Montagestunden kalkuliert, kalkuliert zu knapp.
Stundensätze unterscheiden sich je nach Bundesland, Spezialisierung (z. B. Küchenmontage vs. einfache Möbelmontage) und Auslastung des Marktes. Ein Blick auf branchenübliche Preise – etwa über die Wirtschaftskammer, Fachverbände oder den Austausch mit Kollegen – hilft, die eigene Kalkulation realistisch einzuordnen, ohne sich zu unterbieten.
Ein tragfähiger Stundensatz entsteht nicht durch Bauchgefühl, sondern durch eine nachvollziehbare Kalkulation aller Kosten – inklusive der Stunden, die nicht direkt verrechnet werden können. Wer diese Rechnung einmal sauber macht, hat eine belastbare Grundlage für Preisgespräche mit Auftraggebern.
Wie hoch ist ein üblicher Stundensatz für Monteure in Österreich?
Das variiert stark nach Region, Spezialisierung und Auslastung. Eine pauschale Zahl wäre irreführend – die eigene Kalkulation auf Basis der tatsächlichen Kosten ist der zuverlässigere Weg als sich an einem einzelnen Vergleichswert zu orientieren.
Welche Kosten werden bei der Stundensatz-Kalkulation oft vergessen?
Häufig unterschätzt werden nicht verrechenbare Zeiten wie Fahrten, Angebotserstellung und Verwaltung sowie laufende Versicherungs- und Fahrzeugkosten.
Sollte ich meinen Stundensatz niedrig ansetzen, um mehr Aufträge zu bekommen?
Ein dauerhaft zu niedriger Stundensatz gefährdet die eigene Existenz, weil Betriebskosten und nicht verrechenbare Stunden trotzdem anfallen. Eine saubere Kalkulation ist der bessere Ausgangspunkt als reines Unterbieten.
Wer hilft bei der Kalkulation, wenn ich mir unsicher bin?
Die Wirtschaftskammer bietet Gründungsberatung an, eine Steuerberatung kann zusätzlich bei der konkreten betriebswirtschaftlichen Kalkulation unterstützen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle betriebswirtschaftliche oder steuerliche Beratung.